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Wenn man in der Sahara reist, ist
man beeindruckt von den unendlich vielen Anzeichen menschlicher
Gegenwart - fast in dem ganzen Gebiet - aus einer anscheinend
lange vergangenen Zeit.
Vorislamische Monumente, in den
Dünen hinterlassene Reibsteine und Gravierungen von Rindern auf
Felsen lassen das Bild einer bewohnten Sahara und eines Klimas
erscheinen, welches kleinen Gruppen von nomadischen Hirten und
Jägern ein Auskommen ermöglichte. In einigen Gegenden findet man
richtige Galerien mit Felskunst, die anzeigen, daß vor nicht
allzu langer Zeit Menschen hier dank Tierzucht vom
Überlebenskampf befreit waren.
Die "Erfindung" der Domestikation garantierte ihnen eine sichere
Versorgung mit Nahrung und führte zu einer Entwicklung von
sozialen Hierarchien.
Die Felskunst der Sahara zeigt uns den
Reichtum der symbolischen Welt dieser Bevölkerungsgruppen. Die Bilder
haben einige Autoren veranlaßt, ein altes panafrikanisches Erbe
anzunehmen, welches die Kunst des alten Ägyptens beeinflußte und bei
einigen heutigen subsaharischen Völkern zu finden ist.
Felskunst ist auf der ganzen Welt
verbreitet und die künstlerischen Fähigkeiten unserer Vorfahren zeigt
sich in den berühmten "Galerien" von
Australien,
Südafrika,
Frankreich,
… Die Felskunst der Sahara hat uns noch etwas anderes zu bieten: Sie
zeigt uns die außergewöhnlichen Erlebnisse der Menschen während der
letzten Jahrtausende, während der Entwicklung vom Paläolithikum* über
das Neolithikum zur geschichtlichen Zeit, einer Periode, in welcher der
Mensch verschiedene Methoden "erfand" zur Anpassung an eine durch
extreme Klimaänderungen geformte Umwelt.
* Wir wollen hier nicht behaupten, daß
die Felskunst der Sahara in das Paläolithikum zurückreicht, sondern daß
in den ältesten Beispielen, dem Bubalus-Stil und dem Rundkopf-Stil, eine
Symbolwelt repräsentiert ist, die wahrscheinlich auf diejenige von
paläolithischen Menschen zurückgeht.
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